FIP

Die häufigsten Fragen und Antworten

 

  

WAS IST EINE FIP?

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine Erkrankung, die durch eine Infektion mit so genannten Coronaviren (FCoV) ausgelöst werden kann. Kommt es zur Ausbildung einer FIP zeigen sich klinisch zwei verschiedene Ausprägungsformen: Die feuchte Form und die trockene Form. Bei der feuchten Form kommt es zur Ausbildung einer hochgradigen Bauchwassersucht, wohingegen es bei der trockenen Form zu Ablagerungen auf und in den Organen kommt. Dabei sind hauptsächlich Leber und Lunge sowie die Nieren betroffen. Die Katzen entwickeln häufig eine Blutarmut mit Gelbsucht, Abmagerung und hohem Fieber

 

 

WIE ENTSTEHT EINE FIP?

Nach der Infektion mit Coronaviren (FCoV) erfolgt die Virusvermehrung zuerst im Dünndarm.

Diese Infektion verläuft meist ohne Krankheitserscheinungen oder mit leichten Durchfällen.

Von dort können die Viren dann in die Darmlymphknoten und in Zellen verschiedener Organe gelangen. Inwieweit es nun zu einer Erkrankung kommt hängt sowohl vom Immunsystem des Tieres, als auch von der Aggressivität des Virusstammes ab. Nun kommt es, ähnlich einer Allergie, zu einer Überreaktion des Immunsystems, das dann die klinischen Symptome verursacht.

 

 

 

WIE WERDEN CORONAVIREN ÜBERTRAGEN?

Feline Coronaviren werden durch infizierten Kot und durch Speichel übertragen. Katzen infizieren sich dabei meist über mit anderen Katzen geteilte Futterschalen und Katzentoiletten.

 

 

GIBT ES EINE THERAPIE FÜR EINE FIP?

Leider nein !

 

 

 

IST ES MÖGLICH EINE FIP SICHER NACHZUWEISEN?

Nein, jedenfalls nicht am lebenden Tier. Durch verschiedene serologische wie molekularbiologische Untersuchungen kann man sich aber diagnostisch annähern. Erhöhte Gesamteiweißwerte und ein charakteristischer Verlauf einer Proteinelektrophorese können weitere Hinweise geben.

 

 

WANN IST EINE SERUMUNTERSUCHUNG SINNVOLL?

Eine serologische Bestimmung des Antikörpertiters bei einem gesunden Tier ist immer dann zu

empfehlen, wenn es in einen seronegativen Bestand verbracht werden soll. Auch im Vorfeld einer FIP-Impfung ist eine Antikörpertiterkontrolle sinnvoll. Dabei sagt ein positiver Titer, dass die Katze Kontakt zu Coronavirus hatte. Bei einer gesunden Katze und vor allem wenn diese Tiere aus Zuchten oder Tierheimen stammen, sind auch hohe Titer nicht selten. Sie lassen nicht darauf schließen, dass diese Katze an FIP erkranken wird. Bei dem Verdacht einer FIP-Erkrankung ist die Antikörpertiterbestimmung als Teil der sehr schwierigen Diagnosefindung mit einzubeziehen.

In manchen Fällen sind auch bei erkrankten Tieren niedrige Antikörpertiter zu finden. Hier kam es zu einer Bindung der Antikörper mit dem Virus, wodurch sie nicht mehr nachweisbar sind.

 

 

WIE GROSS IST DAS RISIKO, DASS ANDERE KATZEN IM HAUSHALT AUCH ERKRANKEN?

Die FIP ist in der Regel eine Einzeltiererkrankung. Selten kommt es zu mehren Fällen in kurzen Abständen innerhalb eines Bestandes, da sich das Immunsystem der Katzen ganz individuell mit dem Erreger auseinander setzt.

 

 

IST DIE FIP EIN BESTANDSPROBLEM?

Ja. Katzen in einem Mehrkatzenhaushalt, einer Zucht oder in einem Tierheim haben ein deutlich höheres Risiko (>10%) an einer FIP zu erkranken, als Tiere die einzeln oder zu zweit gehalten werden. Dies hat seine Ursache darin, dass hier mehr Tiere eine Katzentoilette und Futterschüsseln benutzen und der Infektionsdruck hier viel höher ist.

 

 

WANN IST EINE KOTUNTERSUCHUNG SINNVOLL?

Mit Hilfe einer PCR-Analyse kann in einer Kotprobe Felines Coronavirus (FCoV) nachgewiesen werden. Damit kann schnell und einfach eine Aussage getroffen werden, welche Tiere eines Bestands Virus ausscheiden und unter Umständen getrennt von anderen gehalten werden sollten.

 

Zudem können vor An- oder Verkäufen von Tieren sowie im Vorfeld von Anpaarungen oder Ausstellungen Katzen getestet werden und so ein Verschleppen von Virus eingeschränkt werden.

Bei Zukauf in einen serologisch negativen Bestand kann mit einer kombinierten Serum- und Kotuntersuchung so eine gute Sicherheit erreicht werden. Routinemäßig untersuchte Kotproben von Katzen waren in unserem Labor zu 54% Coronaviruspositiv. Eine Ausscheidung ist auch ohne klinische Anzeichen für eine FIP also nicht selten. Infizierte Katzen können ohne Reinfektion bis zu mehr als einem halben Jahr Virus ausscheiden.

 

 

 

FIP-IMPFUNG, JA ODER NEIN?

Bei einer Impfung wird ein spezielles Impfvirus über die Nase verabreicht. Damit wird das Tier an der Eintrittspforte, also dort, wo der erste Kontakt mit dem Coronavirus bei einer Infektion stattfindet, geschützt, bildet aber in der Regel keine im Blut nachweisbaren Antikörper aus. Leider gibt die Impfung keinen 100%-Schutz, sie reduziert aber das Risiko einer Infektion.

 

 

 

WANN KANN ICH EIN NEUES TIER INS HAUS NEHMEN?

Da Coronaviren eine geringe Umweltstabilität haben reicht in der Regel eine Reinigung und Desinfektion von Futterschüsseln, Katzentoilette und allen von diesem Tier benutzen Gegenständen aus. Nicht zu desinfizierende Teile sollten beseitigt werden. In eingetrocknetem Kot bleibt das Virus

bis zu sieben Wochen stabil. Deshalb sollte die Katzentoilette besonders gut gereinigt werden.

Bei normalen Raumverhältnissen überleben Coronaviren etwa zwei Wochen.

Danach kann normalerweise bedenkenlos ein neues Tier ins Haus genommen werden.

 

 

 

Quelle: Laboklin

Labor für klinische Diagnostik